PALIMPSZESZT
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Szabó Zsuzsanna:
Jagd und Abenteuer an la forest avantureuse
in den Erec-Romanen Chrétiens und Hartmanns

In der höfischen Epik spielt der ritterliche Abenteuerweg eine zentrale Rolle. Sei hier nur auf die Stellen hingewiesen, wo versucht wird, einem Unkundigen das Wesen der ritterlichen Ideale zu erklären (etwa dem wilden Mann im Iwein/Yvain, oder im Parzival/Graalroman als Initiation des Jünglings durch Trevrizent[1] ), er wird zum leitenden Motiv an das sich alle Abenteuer anordnen können, der zum kompositorischen Grundelement wird, er ist Heilsweg und Weg des Ritters zu sich selbst, zu seiner vollkommenen Selbstverwirklichung[2]

Einer der häufigsten Schauplätze dieses Weges ist der Wald. Der Wald ist typischer Hintergrund der Artusromane, vor dem dem Ritter die Herausforderung begegnet, "eigentlicher Ort des ritterlichen Abenteuers", wie es Max Wehrli im Zusammenhang mit einer Stelle des hartmannschen Iwein-Romans vermerkt[3] . Nicht nur aber allein um der "Realität des waldbedeckten Europas" zu entsprechen: Wälder als Orte des Unbewohnbaren, des Unwegsamen waren mit Tabus und Ängsten, ja mit Jenseitsvorstellungen verbunden[4] , die sich neben der keltischen Märchen- und Sagenwelt auch in den Volksmärchen (und den sie als Muster und Inspiration benutzenden Kunstmärchen der Romantik) wiederspiegeln[5] . Sie sind oft mit dem Verlust des Weges, der Verirrung, bzw. der Wahl des falschen (meist ungeraden oder nach links führenden) Weges verbunden.

Im altfranzösischen Erec et Enide von Chrétien de Troyes spricht Artus gleich nach dem Prolog das Programm aus, und als Schauplatz nennt er den Wald:


Demain matin a grant deduit
irons chacier le blanc cerf tuit
an la forest avantureuse
:
ceste chace iert molt mervelleuse (63ff)[6] .

Der in den meisten abendländischen Sprachen vorhandene Wortstamm fôret (it. foresta, dt. Forst leitet sich von mlat. forestem, der substantivierten Form von silvam forestem 'äußerer Wald, en dehors de l'enclos' ab[7] . Impliziert wird also bei der Waldaufenthalt das Verlassen des Hofes, der gewohnten Behaglichkeit.

Der Wald wird mit keinem weiteren Wort näher beschrieben. Sein einziges Attribut aber bestimmt seine Funktion als Hintergrund für die Abenteuer, in denen der Ritter sich bewähren kann[8] . Bei der Angabe der Schauplätze, an denen der Weg vorbeiführt und deren organischer Teil er ist, treffen wir allerdings kaum auf konkret-realistische Beschreibungen, ausführliche Landschaftsschilderungen. Die Landschaft bleibt durch einzelne Elemente angedeutet, die als feste Formeln, als konventionalisierte Bestandteile dichterischer Rede (wie etwa der Natureingang im Minnesang) symbolhaft für die mit ihnen verknüpften Geschehnissen stehen: in einer Ebene wird gekämpft, der wilde Wald, durch den der Ritter reitet, droht mit Gefahren, nach Zweikämpfen setzten sich die sich befreundenden Gegner ins grüne Gras. Wenn jedoch die Natur beschrieben wird, haben wir es auch bei Weitem nicht mit rein erlebnisbedingten Schilderungen zu tun, vielmehr mit topisch festgelegten Ideallandschaften der rhetorischen Tradition[9] .

Hier jedoch lädt Artus seine Ritter zur Jagd in den Wald der Abenteuer ein. Historisch gesehen bildete die Jagd einen festen Bestandteil der adeligen Lebensform im Mittelalter, sie trug auch als festes Ritual und Repräsentanz zur Festigung des Gruppenbewusstseins bei[10] . Als solche findet sie vielfach Eingang in die Literatur, und taucht häufig sowohl in der Heldendichtung als auch in der höfischen Lyrik und Epik auf. Als ein Attribut des Festes ist sie ein Ausdruck der höfischen Freude.

Daher rührt auch die Tatsache, dass König Artus, wenn er seinen Hof verlässt, es im Erec-Roman immer um der Jagd willen tut. Er zieht zwar von Hof zu Hof, dem Brauch der Zeit entsprechend, weshalb es auch nicht überraschend wirkt, wenn etwa Givret/Guivreiz und Erec nicht wissen, an welchem seiner Höfe sie ihn finden können (bei Chrétien: 5234, bei Hartmann: 7801), jedoch verlässt er auch die Höfe, um sich mit Jagd oder Turniere zu amüsieren. Als Erec an einem Schnittpunkt seiner Abenteuerfahrt auf die Artusgesellschaft trifft, geschieht es wiederum in einem wildreichen, schönen Hochwald, wohin Artus eben der Jagd willen, um sich zu ergötzen und erfreuen, gezogen war. Die Schönheit des Waldes wird eben durch den Reichtum an Wildarten gekennzeichnet.

Die custome der einleitenden Jagd auf den weißen Hirsch ist eine Form des höfisch-geselligen Zusammenseins, des Festes, ein "Gesellschaftsspiel", das genaue, seit Alters feststehende Regeln hat, das jedoch auch Gelegenheit zur ritterlichen Bewährung bietet, durch das man Ehre und Ansehen erringen kann. Es ist gleichzeitig auch mit einem Schönheitspreis verbunden, betrifft also nicht nur die Rittertüchtigkeiten, sondern auch das Minneverhältnis zwischen dem Ritter und seiner Dame. Die Schönheit der Dame spornt den Ritter zu immer neuen Bewährungen[11] , sei es auf Jagden, auf Turnieren oder in anderen Abenteuern. So verwirklicht der Ritter die Fülle seines Daseins, die in der Freude / Joie zum Ausdruck kommt. Sie ist aber keine allein individuelle Hochstimmung: "ein überindividuelles Grundgefühl der höfischen Gesellschaft am Dasein, welches im festlichen hôchgezît seinen Ausdruck findet"[12]

Der Schauplatz der Jagd auf den weißen Hirsch, genauso wie im Falle der ritterlichen Abenteuerfahrten, ist also der Wald. Der forest avantureuse kann somit sowohl heiterer Hintergrund für gesellschaftlichen Zeitvertrieb, als auch sinistre Folie lauernder Gefahren sein, die dem Helden zu einer Höheren höfischen Vollkommenheit den Weg eröffnen. In ihm steckt die Möglichkeit, von einem Abenteuer überrascht und auf seinem eigenen Weg geführt zu werden[13] .

Der Ausritt Erecs verläuft parallel zu der Jagdszene, ausgehend von dem gleichen Hintergrund: Nach dem König und den Jägern macht sich auch die Königin auf den Weg in den Wald. Ihr folgt rasch ein nur mit einem Schwert bewaffneter junger Ritter, Erec. Er holt sie bei der Wegbiegung (au tor de la poignant) ein und gesellt sich zu ihr. Er scheidet sich absichtlich aus der ritterlichen Gesellschaft, die inzwischen den weißen Hirsch auftreibt. Nach dem kurzen Blickwechsel kehrt die Erzählung zu Erec und seiner Gesellschaft zurück, sie verlieren im Wald die Jäger sogar aus Hörweite (Que d'ax ne pueent oïr rien, / ne cor, ne chacear, ne chien; 132f). Es ist interessant, dass der Abenteuerweg Erecs gerade mit dem Verstummen des Jagdhorns einsetzt, und nach dem letzten bestandenen Abenteuer muss er gleich wieder das Horn blasen, um seinen Sieg, den Abschluss und Höhepunkt seiner Entwicklung, und die Freude des Hofes anzukünden.

Erec und die Königin bleiben stehen, "por orellier et escouter … tuit troi furent an un essart, / anz en un chemin, aresté" (133, 136f). Vor dem Hintergrund des abenteuerreichen Waldes tritt Erec gleichsam ins Licht hervor, in eine Lichtung, die, wie es Gsteiger bemerkt, ganz konkret und diesseitig erscheint, ohne den Nebel oder Glanz des Allgemeinen und Typischen, wie auch Erec für sich hervortritt[14] . Und gleich kommt ihm auf dem Weg die Herausforderung entgegen. Er schlägt den Weg, seinen Weg ein, der ihn von nun an bei Chrétien immer gerade zum Ziel führt (vgl. die betonte Geradlinigkeit des Weges vor und nach dem Joie-de-la-curt-Abenteuer).

Der überlieferte Text des mittelhochdeutschen Erec-Romans Hartmanns von Aue setzt mit dem Moment an, als sich Erec an die Königin und ihre Jungfrauen anschließt. Der Schauplatz ist eine Heide, ein offenes Feld, wo man auch aus einiger Entfernung den schnell reitenden Ritter erblicken kann[15] . Erec erleidet die Schmach also vor einer gewissen Öffentlichkeit. Er verfolgt den Beleidiger und kommt in eine befestigte Stadt.

Auch bei Chrétien kommt Erec tot droit in eine Stadt. Allerdings bleibt die Königin im Wald zurück, und mit ihr die ganze Gesellschaft, von der berichtet wird, dass der König den Hirsch erlegt hatte. So kann er den Schönheitspreis erteilen - der Zwist und Eifersucht unter den Rittern herauszulösen droht. Der Entschluss wird auf Rat der Königin bis zur Wiederkehr Erecs aufgeschoben. Erst an diesem Punkt wird die Erec-Handlung bei Chrétien wieder aufgegriffen[16] .

Als nächster Schauplatz tritt ein Schloss auf, mit den typischen, idealen Attributen[17] (molt bien seant et fort et bel). Die Jagdsymbolik prägt aber die Schilderung weiterhin, indem ein weiterer Charakterzug (Freude des Festes) hinzugefügt und mit kleinmeisterlicher Gestaltungsfreude detailliert wird:


El chastel molt grant joie avoit
de chevaliers et de puceles,
car molt en i avoit de beles.

Im Schloss, Treffpunkt der festlichen Gesellschaft, herrscht Freude (joie), und sie kommt durch die Motive der Jagd zum Ausdruck:


Li un peissoient par les rües
espreviers
et faucons de mües,
et li autre aportoient hors
terciax, ostors müez et sors;
li autre joent d'autres part
ou a la mine ou a hasart,
cil as eschas et cil as tables. (347ff[18] )

Einerseits wird die Szene von der weitergeführten Motivik der Jagd (Beizjagd) dominiert, worauf die aufgezählten Jagdvögel hinweisen, dann die Erwähnung der Beschäftigung selbst. Andererseits wird ihr gesellschaftlicher Spielcharakter besonders hervorgehoben, indem sie neben andere Möglichkeiten der "Kurzweil" gestellt wird. Freude und Jagd bleiben am engsten verbunden.

Wie die Jagd selbst Attribut des höfischen Lebens ist, sind auch Jagdvögel Sinnbilder der Herrschaft, der Macht, der makellosen Tugend. Oft treffen wir Falken, Adler und andere Raubvögel in Wappen adeliger Familien[19] . Sie können nicht einmal von den großen repräsentativen Hofveranstaltungen fehlen, sowohl Chrétien als auch Hartmann lässt die zur königlichen Hochzeit zum Artushof eingeladenen Gäste Jagdfalken und Habichte mitführen.

Bei Hartmann fehlt aber ein detaillierter Katalog der Tätigkeiten der auf der Burg, bzw. dem Marktflecken Versammelten. Gegen Abend erblickt Erec ein hûs[20] , Tulmein. Dann erfahren wir gleich von der mit dem hûs verbundenen Sitte des Sperberkampfes. Es handelt sich wieder um eine Probe in der durch die ritterliche Tüchtigkeit die Schönheit der Dame bewiesen wird. Mit der Probe ist wieder die Freude verbunden, aus der aber niemand ausgeschlossen wird, weder arme noch rîche, die ze sîner vreude kaemen (198).

Statt der Aufzählung der geselligen Tätigkeiten (zu denen auch die Jagd gehört) wird einfach zusammengefasst: die gazzen wâren spils vol (248), die Jagdsymbolik wird an dieser Stelle nicht wieder aufgegriffen. - (Dagegen wird eben die Armut des Gastgebers - und seiner selbst! - verdeutlicht und mit viel kraftvolleren Zügen ausgemalt als bei Chrétien. Erec selbst stellt sich seinem Gegenüber in ärmlicher Rüstung. Sein Sieg erfüllt alle mit Freude, die mehrfach betont wird (sowohl auf Tulmein als auch am Artushof, wo der Armut Enitens ein Ende gesetzt wird). Freude ist unvereinbar mit Armut, so muss die Letztere gebannt werden. Letzten Endes ist der Artushof Garant der höchsten Freude, so muss auch Enite dort umgekleidet werden).

In der Stadt kann Erec seinen Beleidiger endlich herausfordern, vor aller Öffentlichkeit - auf einem weiten und geräumigen Kampfplatz (bei Hartmann: 755, bei Chrétien: 863). Die beiden Attribute geben einerseits die Dimension an, andererseits aber gehören sie stereotypisch zur Darstellung der Kampfplätze[21] .

Der öffentliche, nicht verborgene Charakter des Hofes dem Wald gegenüber weiht den ersteren zum adäquaten Schauplatz der Erteilung des Schönheitspreises, des königlichen Kusses. Artus nimmt sein Recht hier wahr (1112f, bei Chrétien: 284f)[22] .

Mit dem Sieg auf Tulmein, der Aufnahme und dem Preis am Artushof erreicht Erec einen Höhepunkt, eine gesellschaftliche Stellung, die viel höher liegt als seine vorherige, das heißt, eine höhere Stufe seiner Selbstverwirklichung. Ein Schlüsselwort in der Schilderung der Geschehnisse am Hof ist "Freude" bzw. "joie". Sie ist die Charakteristik derjenigen, die zusammen sind, die sich versammeln und sich gemeinsam unterhalten. Es gibt zwei bevorzugte Formen des höfisch-ritterlichen Zusammenseins, die beide landschaftgebunden erscheinen: die bereits erwähnte Jagd ist an den (schönen) Wald geknüpft, das Turnier an die Heide / Ebene.

Die Freude erfährt, sowohl bei Chrétien, als auch bei Hartmann, nach der glücklichen Vereinigung des Paares nur noch eine Steigerung, die Zeit des Festes wird eben verlängert - zuerst dauert sie vierzehn Tage, dann wird sie aufs Doppelte erhöht. Sie findet ihren adäquaten Ausdruck in dem Turnier: "… ein turnei genomen, / sît si durch vreude waeren komen (2225f)". Dieser als Waffenübung verstandener Kampfspiel, als eine gesonderte Veranstaltung nach eigenen Spielregeln erscheint zum ersten Mal in Hartmanns "Erec", vor ihm gibt es keine Turnierschilderungen, die sich eindeutig auf die französische Form des Ritterspiels beziehen. Demnach waren Turniere Massenkämpfe, die in geschlossenen Verbänden geritten wurden, die von der richtigen Reiterschlacht nur durch die an alle Teilnehmer gerichtete Einladung zu einem bestimmten Termin, die zuvor festgelegten, vereinbarten Spielbedingungen und den beiden Parteien abgesteckten Schutzbezirk unterschieden[23] .

Der Schauplatz des Turniers ist ein weites Feld, wo die Kämpfe ausgetragen werden können, die Heide, die offen daliegt und den Rittern freien Platz, um höhere Ehre zu erringen.

Bei der Schilderung der recreantise Erecs betonen die beiden Autoren einstimmig seine Repräsentanz an den Turnieren, er selbst nimmt aber an keinem teil. Nicht nur die äußeren Formen der Freude bleiben weg, auch die Freude selbst verlässt den Hof (vgl. die soziale Seite der Freude wird bei Hartmann besonders betont: die vor der vreude phlâgen, / die verdrôz vil sêre dâ… 2977. Sein Erec, der seine Schuld gleich einsieht, und die bereits erfolgte Verlust der verspielten höfischen Freude fühlt, will heimlich und versteckt aufbrechen: er gibt vor, als er wolde bûhurdieren, weist aber die zu ihm eilenden Knappen und Ritter zurück. Chrétiens Erec dagegen nimmt öffentlich Abschied von dem ganzen Hof, trifft Vorsichtsmaßnamen für den Fall, wenn er nicht zurückkehren sollte. Er bricht zum allgemeinen Kummer des Hofes auf[24] .

Nach dem Höhepunkt der gesellschaftlichen Anerkennung (Sieg auf Tulmein und Ehrung Enitens durch den königlichen Kuss) kann es zur lange ersehnten Erfüllung ihrer Liebe kommen. Um die brennende Begierde des Paares zu schildern, kehren, auch wenn nur auf der bildlichen Ebene, Motive der (Beiz)Jagd zurück, aber unterschiedlich in den beiden Fassungen. Chrétien vergleicht sie an


Cers chaciez qui de soif alainne
ne desirre tant la fontainne,
n'espreviers ne vient a reclain
si volantiers quant il a fain… (2027ff).

Sowohl der Hirsch, als auch der Sperber sind königliche, bzw. Herrschaftssymbole, und hier werden sie auf Grund ihres Sehnens bzw. ihrer Begierde nebeneinander gestellt. Es geht aber nicht um zufällige - wenn auch konsequent der Sphäre der Jagd entliehene - Metaphern, ein Verweis auf die beiden vorausgegangenen Proben, bzw. Ehrerbietungen, für die Legitimierung ihres Bundes also, ist nicht zu versehen. Es fällt aber auf, dass diese Motive auch wenn sie mit der Jagd zusammenhängen, sich nicht auf die Tätigkeit selbst beziehen. Es handelt sich weder um die Gier des Jägers, noch um die Habsucht des Raubvogels nach seiner Beute. Im ersten Fall kann vielmehr der Psalmvers als Vorbild herbeigeführt werden (Ps 41, 2), in dem allerdings das Jagdmotiv fehlt.

Auch bei Hartmann klingt an der parallelen Stelle das Motiv der Jagd und der Jagdvögel an, bei ihm bleibt jedoch auch das Objekt, das Ziel des Begehrens im Bildfeld der Jagd: statt des Sperbers werden die Liebenden in ihrer Minnesehnsucht mit einem hungrigen Habicht verglichen, dessen Hunger sich steigert, wenn ihm die Nahrung nur gezeigt wird[25] .

Jagd erscheint noch bei Chrétien im Zusammenhang mit der bereits erwähnten Jagdszene des Artushofes und der durch den List Gawans erreichten Zwischeneinkehr Erecs, bzw. nach dem Abschluss der zweimal wiederholten Aventürekette, beim Aufbruch des versöhnten Paares mit Givret zum Artushof nimmt die Gesellschaft auch einige Beizvögel mit, um sich unterwegs mit ihnen zu ergötzen.

Während die Jagdmetafern und Jagdbeschreibungen bei Chrétien hier aussetzen, werden sie bei Hartmann gleichsam zu Pilastern des Werkes, die den Rhythmus der Handlung skandieren - und nicht nur von der bildtragenden Seite her. Diese Jagdmotive hängen immer mit der Beschreibung des Schauplatzes, einer zur Jagd besonders geeigneten Stelle, zusammen und betonen den freudenreichen Aspekt.

1. Über die verlorengegangene Anfangsszene können wir nichts Genaues aussagen, es kann nur mit großer Sicherheit angenommen werden, dass sie ihrer Vorlage nach das Verkünden der costume und den Aufbruch zur Jagd dargestellt habe (vor dem Hintergrund des Waldes).

2. Die nächste Jagdlandschaft begegnet uns beim Hochzeitszug zum Artushof. - Jagdmotive lassen sich allerdings auch schon früher identifizieren: Bei der Rückkehr zu Artus nach dem Sieg auf Tulmein, führt die frisch erworbene Braut den Sperber als Turnierpreis stolz mit. Kurz nachdem die Liebesgier des Paares an den Hunger der Habichte paragoniert worden ist (s. o.), kehrt bei der Beschreibung der Hochzeitsgäste das Motiv des habgierigen Habichts zurück (2032ff). Alle ziehen mit Freude zu dem 3 Meilen etfernt gelegenen Schloss Artus', ein jeder mit dem ihm und seinem Rang entsprechenden Jagdvogel, die jüngeren Könige also mit vierjährigen Jagdfalken, die älteren mit wenigstens sechsjährigen Habichten. Eine Gruppe der freudigen Gäste, die Habichte mitführen, verrichtet mit seiner Beizjagd eine Verheerung im Vogel- und Wildbestand des reichen Gebietes. Wie es auch Uwe Ruhberg bemerkt, der Wortstamm des mittelhochdeutschen habech spiegelt denselben Konzept von Begehren und Rauben, wie die lateinischen Bezeichnungen, wieder. Jedoch hängt mit dieser improvisierten Jagd wiederum die Kurzweil, die Freude, das Fest, die Nähe, bzw. die Präsenz des Artushofes schlechthin zusammen: "dô was guot kurzwîle / des weges drî mîle", auch wenn nachher ein freundschaftlicher Streit über die eigene Bewährung folgt. Die Jagd, Beizjagd ist auch immer eine Möglichkeit, Ruhm und Ansehen, Ehre zu erlangen.

3. Wieder mit dem Artushof verbunden ist die Jagd bei der Zwischeneinkehr Erecs. Der Wald wird einfach als schön bezeichnet, ohne eine ausführliche Auflistung der Tiersorten, und es wird gemerkt, dass Artus durch jaget in ihn kam, mit schoener massenîe. Die betonte Schönheit des Waldes steht in brüskem Gegensatz zu der Unheimlichkeit der kreftigen Wälder, die Erec an seinem Abenteuerfahrt durchwandelt hat, noch mehr zu dem weglosen Wald, den er gleich nach dem Verlassen der Artusgesellschaft erreicht. Wie Freude, scheint auch schoene ein Attribut des Artushofes, der höfischen Lebensform par excellence verschrieben zu sein.

Daher versteht sich auch Erecs Verhalten dem Hof gegenüber, signifikativ ist, dass er, der sich für unhovebaere (5064) erklärt, sich nicht zu der Jagdgesellschaft, zum Hof einladen lässt. Er setzt seinen mühsamen Weg insistent fort, verlässt ihn keinen einzigen Moment, der König muss selber aufbrechen und seinen Lagerplatz wechseln, die Zelte praktisch Erec im Wege aufschlagen, um ihn wenigstens für eine Nacht als Gast empfangen zu können. Mit seiner Abfahrt ist auch die Freude, und damit auch der Sinn und die Berechtigung für die weitere Aufenthalt im wildreichen Wald entschwunden, der König kehrt zu seinem Schloss zurück.

4. Nachdem Erec auch den zweiten, gesteigerten Kursus seiner Abenteuer bestanden hat, kehrt er als Gast zu Guivreiz ein, auf eine seiner Burgen. Diese wird ausführlich beschrieben (7121-7194). Sie stand auf einer Insel, mitten in einem See, der reichlich den besten Fischfang sicherte, das Jagdgebiet war auch von großem Reichtum. Es scheint sich um eine der ab dem 10. Jahrhundert sich verbreitenden Wildgehegen zu handeln, sie ist kein wilder Wald, sondern ein mit Mauern von ihr durch Menschenhand abgetrenntes Gebiet, das je nach Tiersorten weiter in drei gleiche Teile gegliedert ist. Das Jagdschloss selbst ist so ausgerichtet, dass die Jagd den größtmöglichen Genuss bietet, von den Zinnen hat man einen herrlichen Blick auf die Stelle, wohin der aufgehetzte Wild flüchtete, so konnte man zusehen und alles beobachten. Außerdem war das Schloss reichlich mit all dem versehen, was man zur Jagd braucht, sowohl an Waffen, als auch an Hunden: "hie was diu kurzwîle guot".

Die Handlung scheint hier zu einem Ruhepunkt gelangt zu sein: Erec und Enite versöhnt, alle Abenteuer der zweiten, gesteigerten Bahn bestanden. Auch die Aufenthalt ist länger beschnitten, sie dauert bis zur Genesung Erecs. Dieser "Zwischeneinkehr" schließt symmetrisch den doppelten Abenteuerkursus ab. Nach der Genesung Erecs, beschließen sie tatsächlich die Rückkehr zu Artus, auch wenn in der Tat diese noch um das gefährlichste, strukturell gesehen "gegenbildlose"[26] Abenteuer der Joie de la curt, in dem gerade die Freude thematisiert ist, herausgeschoben wird.

Metaphern aus dem Bildbereich der Jagd fehlen freilich auch im Weiteren nicht vollkommen aus Hartmanns Erec, es handelt sich aber nicht mehr um den Schauplatz Jagdgebiet. Mit dem Motiv der Freude hängt zum Beispiel auch ein weiteres Vergleich zusammen (9807-9811), das die trauernden, vor das Hofesfest fliehenden Witwen mit dem gejagten Hasen paragoniert, der seine Weide scheut. Ihr Anblick verhindert auch Erec an der vreude (9782), ihre Freude kann nur am Artushof wiedergegeben werden.

Hartmann markiert also die Rahmen des Abenteuerweges durch Plätze der Jagd. Die Jagd als Requisit höfischer Lebensform ist mit Freude und geselligem Zusammensein verbunden, und sie wird bei Hartmann zum eindeutigen Zeichen für die Ruhepunkte des Abenteuerweges und die Feste des Hofes. Indem Hartmann die Jagdmotive der Schilderung des Marktfleckens bei Tulmein weglässt, unterordnet er das Motiv dem Verhältnis Erecs zum Artushof, zum Inbegriff höfischer Freude, zu seinem eigenen Stand auf seinem Vervollkommnungsweg in Richtung ritterlicher Ideale.

Diese eindeutigere Zuordnung lässt sich auch an anderen Stellen des hartmannschen Erec-Romans beobachten, so etwa an den Schauplätzen, die der Held zwischen den Einzelnen "Jagdlandschaften" durchwandelt. Der Wald erscheint bei ihm, wie gesagt, parallel zu Chrétien, schön und reich an Tieren, wenn es um das Jagdgebiet geht, finster und wild[27] , wenn er Hintergrund für die Abenteuer ist. Im Gegensatz zu den weitgehend gegliederten Wäldern der altfranzösischen Version sind die Wälder Hartmanns homogän: Während Chrétien bereits innerhalb dem ersten, verdoppelten Abenteuer nach Erecs Ausfahrt verschiedene Landschaftsformen zitiert (die Raubritter kommen aus dem Wald und fliehen in ihn zurück, dann führt Erecs Weg durch einen Tal mit einem kleinen Fluss - Präsenz einer Furt - , wo er von der anderen Gruppe der Räuber angegriffen wird), gelangen Erec und Enite in den Wald, den sie nach der Überwindung der Gefährdung durch die Räuber verlassen. Mit dem Wald ist als Tageszeit die Nacht verbunden: "dô begunden si balde / gâhen von dem walde: / vil schône der tac ûf gie (3472ff).

Genauso geschieht es in der parallelen aventiure: das Paar kommt in die Nähe eines Waldes, der von den hilflosen Klagen einer Dame wiederhallt. Erec läßt Enite auf dem Weg zurück, und folgt allein der Stimme der um Hilfe Schreienden "durch rûhen walt âne wec / ungebûwen strâze" (5313f) und kehrt zu dem Weg nach der Befreiung des Ritters zurück, während Chrétien mehrfach die Änderungen des Hintergrundes notiert (u. a. Wald - Heide zwischen zwei Gehölzen - Hügel). Jedoch ist es bemerkenswert, dass er nachhinein einen vorher gegliederten Schauplatz des Abenteuers einheitlich als Wald bezeichnet (3125ff - "qui de vers la forest venoient, / bien aparçut que il avoient / la nuit an la forest geü" - obwohl sie die Nacht, nach den schweren Kämpfen tagsüber im Wald, auf einer Heide, unter dem einzig dastehenden Baum verbracht haben[28] ). Vielleicht steht dahinter eine einheitliche Konzeption des Waldes als schlechthinnigen Schauplatz des Abenteuers.

Bei Hartmann dagegen läßt sich auch eine Zuordnung Wald-Nacht beobachten, was dem Wald einen weiteren gefahrdrohenden Zug verleiht. Indem Hatmann die einzelnen Abenteuer zeitlich anders situiert, als Chrétien, verleiht er dem Abenteuerweg eine strengere[29] und - aus der Sicht von Erec und Enite - vielleicht mehr in Anspruch nehmende Zeitstruktur[30] . Darin finden wir einen weiteren Gegensatz zwischen den beiden "Wäldern" Hartmanns: der schöne Jagdwald ist Verweilen in der Freude, in "Kurzweil", während der Abenteuerwald mit ungemach verbunden ist (vgl. u. a. die Aussage Erecs in 4627f.: "ich envar nâch gemache niht") und einen strengen, schnellen Rhythmus diktiert[31] .

Es kann also festgestellt werden, dass der Wald als Hintergrund sowohl der Jagd, als auch des Abenteuerweges in den Erec-Romanen erscheint, jedoch immer mit einer eigenen Akzentuierung, mit eigenen Charakterzüge (die durch die Attribute angedeutet werden), eigener Zeitstruktur. Als Schauplatz der Abenteuer ist er Vorzeichen der Gefahren, als Jagdlandschaft dagegen fungiert er als Attribut höfischer Freude.

Lábjegyzet:
[1] Iwein 530f.: "ich heize ein riter und hân den sin / daz ich suochende rîte" - auch wenn ironisch gemeint, und im Parzival 499,9f: "swer schildes ambet üeben wil, / der muoz durchstrîchen lande vil". Die Zitate entnehme ich aus HARTMANN VON AUE, Iwein, mittelhochdeutscher Text aufgrund der 7. Ausgabe von G. F. Benecke, K. Lachmann u. L. Wolff, Berlin 1968, Übersetzung, Anmerkungen und Nachwort von Max WEHRLI, Zürich 1988; bzw. Wolfram von Eschenbach, Parzival, mittelhochdeutscher Text nach der Ausgabe v. Karl Lachmann, Übersetzung, Nachwort von Wolfgang SPIEWOK, Stuttgart 1981.
[2] Vgl. u. a. E. TRACHSLER, Der Weg im mittelhochdeutschen Artusroman, Bonn 1979, v. a. S. 237-275; C. CORMEAU (Bedeutungssetzung und ethische Erkenntnis, in Formen und Funktionen der Allegorie: Symposion Wolfenbüttel 1978, Hg. W. Haug, Stuttgart 1979, 194-205) spricht vom Weg als einem "Fortschreiten des Bewusstwerdens … der aus Norm und Situation erwachsenden ethischen Ansprüche".
[3] In der oben zitierten Ausgabe Anmerkung zu V. 263-268. E. TRACHSLER (a. a. O, S. 156) zitiert als Beispiel für diese schlechthinnige Gleichsetzung von Wald und Abenteuer u. a. eine Stelle aus der Beschreibung des Pferdes Enitens: "dô er nâch sîner gewonheit / ze walde nâch âventiure reit" (7398).
[4] Lexikon des Mittelalters, VIII., Stuttgart-Weimar, 1999, S. 1944; Manfred LURKER, Wörterbuch der Symbolik, Kröner, Stuttgart 1991, S. 811.
[5] Vgl. zum Beispiel die Märchen von L. Tieck und dazu Gerburg GARMANN, Die Traumlandschaften Ludwig Tiecks. Traumreise und Individuationsprozess aus romantischer Perspektive, Opladen, 1989. v. a. 50ff.
[6] Zitiert nach Chrétien de Troyes, Les Romans, I. Erec et Enide, publié par Mario Roques, d'après la copie de Guiot (Bibl. nat., fr. 794), Paris, 1952.
[7] Vgl. J. DUBOIS, H. MITTERAND, A. DAUZAT, Références Larousse dictionnaire étymologique et historique du francais, Paris 1993. Vgl. dagegen J. LE GOFF, Il deserto-foresta nell'Occidente medievale, in ders., Il meraviglioso e il quotidiano nell'Occidente medievale, Roma-Bari 2000, 34f: "La parola deriva senza dubbio dall'espressione silva forestis, una selva che dipende dal tribunale, forum, del re. Disegna all'origine una "riserva di caccia"; ha un significato giuridico." Jedenfalls bezeichnete er im 8. Jahrhundert den königlichen Wald.
[8] Dieser Aspekt fehlte aus dem Konzept des vorritterlichen Waldes, vgl. R. GRUENTER, Das wunnecliche tal, Euphorion 55, 1961, 373ff, TRACHSLER, a. a. O., 155ff. GSTEIGER weist auf eine mögliche keltische Herkunft dieser Charakteristik hin.
[9] E. R. CURTIUS, Die Ideallandschaft, in Ders., Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Bern 91978; B. WALDMANN, Naturauffassung, in Sachwörterbuch der Mediävistik, Hg. P. Dinzelbacher, Stuttgart, 1992, 575f; weiter A. VIZKELETY, A kert a középkori irodalomban, Pannonhalmi Szemle 3 (1995), 2, S. 15-21 und G. VENTURI, Ricerche sulla poesia e il giardino,
[10] M. ZIMMERMANN, Jagd, in Sachwörterbuch der Mediävistik, Hg. P. DINZELBACHER, Stuttgart 1992, 395, Gero v. WILPERT, Sachwörterbuch der Literatur, Stuttgart 71989, S. 485f.
[11] Cristoph CORMEAU, a. a. O., S. 200ff.
[12] B. WOLF, Vademecum medievale: Glossar zur höfischen Literatur des deutschsprachigen Mittelalters, Bern 2002, S. 135f.
[13] Zum Motiv des führenden Weges und seiner Zugehörigkeit zu bestimmten Personen vgl. Ernst TRACHSLER, a. a. O., v. a. 112ff.
[14] Vgl. die Anmerkungen von Mario ROQUEZ, in der Einleitung seiner Chretien-Ausgabe, S. vii. Er bezieht sich auch auf M. R. BEZZOLA, Le sens de l'aventure et de l'amour (Chrétien de Troyes), Paris, 1947, 96ff.
[15] J. SCHRÖDER (Zu Darstellung und Funktion der Schauplätze in den Artusromanen Hartmanns von Aue, Göppingen 1972, Hinweise in E. TRACHSLER, a. a. O., S. 158 u. passim) soll auf eine Entsprechung von Schauplatz Heide und höfische Stufe des Abenteuers hingewiesen haben.
[16] Zu den strukturellen Kommutationen bei Hartmann s. u. a. die grundlegende Arbeit von Hugo KUHN, Erec, zuerst in Festschrift für P. Kluckhohn und H. Schneider, Tübingen, 1948, auch in Dichtung und Welt im Mittelalter, v. a. 135f.
[17] M. GSTEIGER, Die Landschaftsschilderungen in den Romanen Chrestiens de Troyes. Literarische Tradition und künstlerische Gestaltung, Winterthur, 1958, zugl. Diss. Bern.
[18] Hervorhebungen stammen immer von mir.
[19] Vgl. die bezüglichen Stichwörter im Lexikon der Ikonographie, Hg. Hans AURENHAMMER, Wien 1959-. Bereits in der Mythologie gilt der Adler als König der Vögel, als Vogel des Sonnen-/Hauptgottes, als Gerechtigkeitssymbol, vgl. u. a. Dante, La Divina Commedia, Paradiso XX.
[20] Wie es auch bei Chrétien mancherorts der Fall ist, erscheint der folgende Schauplatz aus der Perspektive des Helden, wird jedoch gleich beim Namen genannt - (reißt also der allwissende Erzähler das Wort wieder an sich). vgl. GSTEIGER, a. a. O., GANZENMÜLLER, Das Naturgefühl im Mittelalter, Beiträge zur Kulturgeschichte des Mittelalters und der Renaissance, Hg. W. Goetz, Bd. 18, Leipzig-Berlin 1914, S. 286ff.
[21] Vgl. GSTEIGER, a. a. O., S. 47ff.
[22] Vgl. Petrus W. TAX, Studien zum Symbolischen in Hartmanns "Erec". Erecs ritterliche Erhöhung
[23] Zum Turnierwesen und seiner Einbürgung in der deutschen höfischen Kultur s. J. BUMKE, Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter, München, 61992, Bd. 1, 342-379.
[24] Vgl. dazu W. KELLERMANN, Die Bearbeitung des ›Erec-und-Enide‹-Romans Chrestiens von Troyes durch Hartmann von Aue, in Hartmann von Aue, Hg. von H. Kuhn und C. Cormeau, Darmstadt 1973, 511-531, v. a. 522ff.
[25] Auf diese Änderung im hartmannschen Text, im Vergleich zu dem altfranzösischen, weist auch Uwe RUHBERG (Bildkoordinationen im "Erec", in Gedenkschrift für William Foerste. Hrsg. von Dietrich Hofmann und W. Sanders, Böhlau, Köln 1970, auch in Hartmann von Aue, Hrsg. von Hugo Kuhn und C. Cormeau, Darmstadt, 1973, S. 556f) hin. Er erklärt den Verzicht Hartmanns auf die zweifache Legitimierung mit der Absicht, dass Hartmann "in ihren Vorzeichen die spätere übermäßige Eigenbezogenheit des verligen angelegt sieht".
[26] H. KUHN, Erec, a. a. O., S. 144.
[27] Detaillierte Analyse der Landschaftschilderungen bei Chrétien bietet M. GSTEIGER, (Die Landschaftsschilderungen…), 131 S.
[28] GSTEIGER erklärt die scheinbare Inkonsequenz einerseits mit der Möglichkeit, dass die lande statt Heide eine größere Lichtung bezeichnen könnte, andererseits interpretiert er Chrétiens Landschaften als Traumlandschaften, vgl. a. a. O., 108f.
[29] Ein solcher Unterschied ist u. a., dass Erec auch zu Giuvreiz einkehrt, wenn auch für eine einzige Nacht, während Chrétien ihn weiterziehen läßt.
[30] Während bei Chrétien nur Enide in den ersten beiden Nächten keinen Schlaf findet: einmal übernimmt sie die Nachtwache über Erec, das andere Mal wartet sie gespannt auf den Moment, ihn zu wecken und somit zu retten.
[31] Ähnliche "Vereinheitlichungen" betreffen auch andere Landschaftselemente, so etwa die bereits erwähnte Zuordnung Wald - unhöfische Stufe, Heide - Höfische Stufe der Abenteuer; vgl. dazu die Hinweise auf J. SCHRÖDER, a. a. O.